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Freitag, 18 Mai 2012

Was ist Bibliodrama

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Bibliodrama - Was ist das eigentlich?

"Früher habe ich Bibeltexte im Gottesdienst erklärt vom Pastor gehört und plötzlich bin ich mitten drin..." so die Worte einer Teilnehmerin aus einem Bibliodrama-Workshop.

 Mit dieser Erfahrung ist sie nicht allein. Denn so sagt Wolfgang Teichert, Direktor der Evangelischen Akademie in Hamburg, in seinem Buch "Wenn die Zwischenräume tanzen" - "Bibliodrama ist das inszenierte Abenteuer der Begegnung zwischen einer oder mehreren Personen mit einem biblischen Text." Es ist ein "Spiel um Gott", wobei das mit dem Spielen als ein durchaus ernsthaft gemeinte Erkenntnisprozeß zu verstehen ist.

Spielen ist Erkennen

Natalie Warns, Theaterpädagogin, Berlin beschreibt ausführlich in ihrem Buch "Bibliodrama als Prozeß" warum das Spielen, das sich in Drama, Theater, Szene, Körperausdruck...in jeder kreativen und gestaltenden Aktion zeigt, so wichtig für die Selbstwahrnehmung und Bewusstwerdung ist. Im Spiel hole ich etwas aus mir hervor, was bekannt ist und darin auch Freude auslöst. So werden Erfahrungen hervorgeholt, die in biblischen Geschichten noch verborgen liegen. Auf diese Weise aktualisiert das "Spielen die dramatische Dimension der biblischen Überlieferung." (N.Warns)  

Es tritt zutage, was zwischen den Worten, zwischen den Zeilen verborgen liegt. Eine andere Weise Botschaften der Bibel zu entschlüsseln, in dem sich Menschen mit ihren Körpern, ihren Sinnen ihrem Erfahrungsmaterial zur Verfügung stellen, sich trauen einen Text auszulegen. So kann die Teilnehmerin in die Rolle der Martha schlüpft und sie aus sich heraus spielen, kann eine Skulptur entstehen, die Jakobs Himmelsleiter entdeckt und mit eigenem Leben füllt. Kann in der Körperarbeit erfahren werden, was es für den eigenen Blickwinkel bedeutet mit gesenktem oder erhobenem Blick einen Raum zu durchschreiten.

 

 "Eigene Erfahrungen sollen in Kontakt kommen mit den Erfahrungen, die in den Geschichten, Situationen, Personen...die möglicherweise verzerrt und verschüttet sind." Aus einer Bewegung in den 70iger Jahren, in der Menschen auf die Suche gingen, bilblischen Texten anders zu begegnen, entstand dieses Wort "Bibliodrama" das sich nunmehr ins Leben gerufen in die Breite verzweigte, selbst verschiedene Spielformen entwickelte, schrieb der Marburger Professor Gerahrd Marcel Martin ein "Sachbuch Bibbliodrama" und legte damit auch ein wissenschaftlich theologisches Fundament. Im Mittelpunkt steht aber immer der Text, auch wenn ein hohes Selbsterfahrungspotential vorhanden ist, bewegen sich die Teilnehmer dieses Prozesses, der sich oftmals über mehrere Tage oder Veranstaltungen zieht, im Raum des Textes.