Gesellschaft für Bibliodrama

Reinhard Schläpfer +

Liebe Bibliodrama-Weggefährten,


Reinhard Schläpfer hatte sich  aus der Bibliodrama-Szene zurückgezogen, nachdem er die Dokumentation der Schweizer Bibliodrama-Fortbildungen abgeschlossen hatte.
Nach dem Kongress in Batschuns 2018 aber traf sich die Schriftleitung des "TEXT RAUM" noch einmal mit ihm zum Interview. Im TEXT RAUM 50 ist davon zu lesen.
Da war es wieder: sein verschmitztes Lächeln, das "Ja, ja" - und es kamen viele Erinnerungen. Für mich war er ein bewußter Schweizer, dem Berlin und Wien "zu imperial" waren, der seine Arbeit in Kirche und Bildung aber immer ökumenisch und grenzüberschreitend verstand. So war er auch dabei, als es darum ging, Foren für die beginnende Bibliodramabewegung zu schaffen: In Wartensee und im Burckhardthaus Gelnhausen. Da setzte er sich mit ganzer Kraft ein, blieb gleichzeitig aber in ironischer oder pädagogischer Distanz zu den Hauptakteuren. Es gibt ein charakteristisches Foto aus Dobogokö mit Antje Rösener am äußersten Rande des Geschehens auf einer Couch.
Unvergessen auch, wie er mit Cäcilia Koch für die europäischen Fortbildungsrichtlinien um Inhalte und Stundenzahlen stritt, - und wie er uns im Leitungsteam der Mecklenburger Bibliodrama-Fortbildung supervidierte, mal im Unteren Engadin, mal im Oderbruch. Wichtiger als der Bezug auf Morenos 'Universen' war ihm die Frage: Wo haben die Teilnehmenden eine Wahl?
Und man konnte mit ihm so schön über eigene und fremde Eitelkeiten leise kichern. So ist er 83 Jahre alt geworden.


Wolfgang Wesenberg

 

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