Gesellschaft für Bibliodrama

Ruth Margarete Seils

Ruth ist gestorben.
Sie wusste darum seit ihrer Krankheit, sicherlich dann im Hospiz.
Als ich sie dort anrief, sagte sie, wir sollten nicht über ihre Krankheit und ihr Sterben sprechen;
wir sollten einander lieber erzählen, was uns wichtig ist im Leben, auch jetzt.
Sanft und herzlich sprach sie, wenn wir telefonierten.
Sanft und mit Herzenskraft war sie in ihrem Leben.

Wir kannten uns seit Anfang der 80ger Jahre. Ruth war Oberstudienrätin,
Religionspädagogin. Beide gehörten wir zu Schulungen im TZI, trafen uns bei und für "Ohne Rüstung leben", arbeiteten gemeinsam für Religionsunterrichte in Schulen.
Wir wurden Bibliodrama-Kolleginnen; je eigen in unseren Ansätzen, doch spirituell und politisch ähnlich. Unser Verbundenes Sein mit Erde und Menschheit war Ruths vordringliches Anliegen. Sie lebte und lehrte es mitmenschlich zugewandt und mit  Klarheit in ihrem Einstehen.

Wunderbare Texte ihrer Arbeit im „Wortspiel-Bibliodrama“ befinden sich in einer Mappe, die man bei Sabine Fiedel beziehen kann.
sab.fiedel@gmx.de .

In der Einführung schreibt Ruth:

"W.Ortspiel

Und das Wort war bei Gott
Und Gott selbst war das Wort
Es wohnte unter uns
Und wir sahen seine Herrlichkeit
(Johannes Evangelium)

Das Wort lebt am Ort.
Wir gehen mit.
Es wohnt in uns."
(Teresa von Avila)

Ruth lebte in der Zuversicht, ins Licht Gottes zu kommen, das schon jetzt bei ihr wohnte. Fast selbstverständlich sprach sie davon und beschenkte mit ihrer Art sicherlich nicht nur mich.
Für ihre Geisteskraft und ihr unverwechselbar beherztes Leben danke ich –
und denke an sie.