Gesellschaft für Bibliodrama

Surely the lord is in this place and I knew it not. (Gen 28.)

30.9. – 5.10.2016 in Czestochowa

Vier Gruppen in vier Sprachen. Bibliodrama – Exerzitien – Erfahrungen  Experiment

Zur ökumenischen Steuerungsgruppe gehören:

Helga Auer und Beate Mayerhofer (Österreich), Eckhard Frick, Marcel Martin, Wolfgang Wesenberg (Deutschland), Beppe Bertagna (Italien), Krystyna Sztuka und Tomek Oleniacz (Polen), Peter Varga (Ungarn).

Bitte lesen Sie hier: http://www.erzdioezese-wien.at/pages/inst/14431715/informationenueber/ebedineu/swintranet.information/k35176.html

Hierzu ein Bericht:

Bibliodrama und Ignatianische Exerzitien in Tschenstochau
(29.9.-4.10.2016)
„So etwas Interessantes und Spannendes wie den Austausch zwischen den drei Teams an den Abenden habe ich lange nicht erlebt.“ resümierte Helga Auer aus Wien beim Abschluss der Fortbildungstage für Bibliodrama- und Exerzitienleitende in Tschenstochau (Polen).

Initiiert wurde dieses Treffen von dem Projekt EBEDinEU, die Durchführung übernahm dankenswerter Weise das dortige Centrum Duchowo?ci der Jesuiten, die meisten der 33 Teilnehmenden waren geistliche Begleiterinnen und Begleiter bzw. Bibliodramaleitende aus Polen, dazu kamen Teilnehmende aus Litauen, Ungarn, Deutschland.
Drei Teams leiteten parallel viertägige Workshops, die Bibliodrama und Exerzitien integrierten. Sie nahmen Ihren Ausgang von Gen. 28 „Surely the Lord is in this place and I didn’t know it.” Die Teams Beppe Bertagna SJ (Milano) / Dariusz Wi?niewski SJ (Tschenstochau), Dr. Krystyna Sztuka (Tschenstochau) / Dr. Peter Varga (Budapest) und Dr. Helga Auer rscj (Wien) / Dr. Wolfgang Wesenberg (Berlin) verfolgten jeweils eine andere Strategie, Bibliodrama und Ignatianische Exerzitien miteinander zu verbinden. Diese wurden am Ende mit den Teilnehmenden in den Workshop-Gruppen und im Plenum besprochen. Dabei ging es vor allem um das spannungsreiche Verhältnis von Bibliodrama- und Schweigezeiten sowie von Gruppen- und Einzelprozess. Dazu kam die Frage, des Tagesabschlusses: Anbetung, Gebet der liebenden Aufmerksamkeit, Sharing oder ein individuelles kreatives Element?


Als eine bleibende Herausforderung (wie immer bei solch internationalen Treffen) erwies sich die Sprachenfrage. Soll es eine Gruppe in der Landessprache geben, um denen die Teilnahme zu ermöglichen, die nicht Englisch können? Wie ist eine mehrsprachige geistliche Begleitung möglich? Zudem wurde deutlich, dass die psychodramatisch arbeitenden Ansätze auf mehr sprachliche Kommunikation (und damit ggf. Übersetzung) angewiesen sind als die mehr ästhetisch arbeitenden.


In der Abschlussrunde wurde ein großes Interesse unter den polnischen Teilnehmenden deutlich, mehr über Bibliodrama zu erfahren. Die Organisation eines zweiten Bibliodrama-Fortbildungskurses wird die nächste Aufgabe der Polnischen Bibliodrama-Gesellschaft sein, fasste Krystyna Sztuka, die Präsidentin der Polnischen Bibliodrama-Gesellschaft, deren Engagement sich das Treffen vor allem verdankte, ihre Eindrücke zusammen.

Jesus und Zachäus

Cestochowa 2015

Im Rahmen des Projekts EBEDin.EU (Bibliodrama und Ignatianische Exerzitien) fand vom 12.-16. Oktober 2015 in Czestochowa ein weiterer experimenteller Workshop statt: Jesus & Zachäus. Ein bibliodramatisch-ignatianisches Experiment in deutscher Sprache.


Helga Auer rscj, Wien, und Wolfgang Wesenberg, Berlin, verfolgten hierbei zum dritten Mal ihr Anliegen, Bibliodrama und Exerzitien gleichberechtigt einen Workshop bestimmen zu lassen. So waren die Vormittage dem bibliodramatischen Arbeiten vorbehalten, der übrige Tag von Schweigen und Gebet geprägt. Dies verlangt naturgemäß von beiden Ansätzen Konzentration und Begrenzung.


Auf der anderen Seite ermöglichte gerade diese Struktur über fünf Tage bibliodramatisch zu arbeiten. Dies wurde auch dadurch erreicht, dass an die Stelle größerer Spielszenen das Aufstellen von ‚Skulpturen‘ bzw. ‚lebender Bilder‘ oder ‚stand stills‘ (im Sinne gestellter Szenenfotos) trat, die von den Autorinnen fotografiert wurden. Dieses Verfahren zog sich wie ein roter Faden durch die Tage und machte die Prozesse sowohl der einzelnen als auch der Gruppe sichtbar.


In der gemeinsamen Reflexion nach Abschluss dieses experimentellen Vorhabens schienen vor allem zwei Beobachtungen charakteristisch:
•    Das Schweigen macht die Spiele riskanter.
•    Das Bibliodrama erhöht gegenüber den Einzelexerzitien das Interesse der Teilnehmenden, miteinander zu kommunizieren.

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