Gesellschaft für Bibliodrama

Was ist Bibliodrama

"Bibliodrama ist das inszenierte Abenteuer der Begegnung zwischen einer oder mehreren Personen mit einem biblischen Text." Es ist ein "Spiel um Gott", wobei das mit dem Spielen als ein durchaus ernsthaft gemeinte Erkenntnisprozess (mehr)

Workshops

Bei Ihnen gibt es Menschen, die einen anderen Zugang zu einem biblischen Text kennen lernen wollen? Dann schauen Sie beim Kirchentag vorbei oder wenden sich an eine bibliodramakundige Person in Ihrer Nähe, der zu Ihnen kommt...

TEXTRAUM 48 erschienen!

KÖRPER BEWEGT

 

Europäischer Bibliodramakongress 2018

5.-9. September 2018 in Batschuns (Österreich)

Einladung und Informationen hier.

Zum Tod von Antje Kiehn

von Wolfgang Teichert

Ein „Ach“ steht auf der Traueranzeige von Antje Kiehn. Dann kommen einige Punkte, wie eine Pause, …um dann mit den Worten fortzufahren: „gleich kommt sie die Treppe runter viel Sonne, viel Licht.. “Ich füge hinzu, -diese Szene genau vor Augen – viel Sonne, viel Licht und ein unendlich schöner Duft, weil sie gerade aus der von ihr so geliebten Badewanne gekommen ist.  Assuré übrigens hieß das Parfum, „selbstsicher“.
Treppe, Sonne, Licht, Duft: Das sind  einfache Bilder, die dem Schmerz einfallen und der Tatsache, dass eben diese Sonne, dies Licht, dieser Duft  wohl noch haften geblieben, aber eben nicht mehr getragen ist und erneuert von einem lebendigen Menschen. Antje Kiehn ist Bibliodramatikerin der ersten Stunde. Mit unendlicher Vitalität mischte sie, vom Psychodrama (Grete Leutz) herkommend, die zunächst etwas kirchenfrommen ersten Dramaversuche auf. Unorthodox, keine Berührung scheuend mit Mythos, Märchen oder Gedicht. Bald entdeckte sie, dass es Momente im Bibliodrama gibt, die sie die „großen Augenblicke“ (so ihr Aufsatztitel im ersten Bibliodramabuch von 1987) genannt hat. Sie scheute sich nicht, solche Augenblicke „Transzendenzerfahrungen“ zu nennen; übriggens in der Tradition von Karlfried Graf Dürkheim („Der Mensch ist himmlischen und irdischen Ursprung“s). Sie hatte Dürkheim bereits in den sechziger Jahren des vorigen Jahrhunderts in Rütte (Schwarzwald) aufgesucht, um dann später mit dessen Mitarbeiterin Maria Hippius in ihrem eigenen Wohnhaus das „Wentorfer Forum“ zu gründen, ein Treffpunkt, an dem von Horst Eberhard Richter, Fulbert Steffensky, Dorothee Sölle, Helmut Barz bis hin zu Marcel Martin sich getroffen hat, wer sich zum Umfeld eben auch bibliodramatischer Zugänge angeboten hat.
Ihr Wahlspruch (mit Teerstegen) „ein begriffener Gott ist kein Gott“ ließ sie aufmerksam bleiben für die so wichtige und doch so wenig beachtete völlige Ereignisoffenheit bibliodramatischen Arbeitens.
Von ihrer Sylter Herkunft her ist Antje niemals kirchenfromm gewesen, obwohl sie – spät  -in eben dieser Kirche getauft worden ist, als Erwachsene, als eine Liebende. Sie hatte nämlich Menschen  und mit ihnen Seiten entdeckt und Zugangsmöglichkeiten zur christlichen Tradition, die sie zu diesem Schritt gedrängt hatten.
Für sie war entscheidend, wem traue ich im Bibliodrama und wie „echt“ ist das, was passiert: „Sich einem Text anzuvertrauen“, hat sie geschrieben, „erfordert Mut, Hingabe und Demut, aber auch Wachsamkeit. Man weiß nicht, wohin es einen  verschlägt, in die „Illusion“ taucht die uralte menschliche Angst vor dem Fremden, ganz anderem auf, auch die Angst vor der Verführung zur Täuschung, dem Irrtum.  Woher kann ich die Sicherheit nehmen, dass  das, was mich drüben erwartet, etwas „Gutes“, mich Aufnehmendes ist und nicht etwas mich ungeheuer Bedrohendes und Zerstörendes.  Wem vertraue ich…“.
Sie ist am 26.Mai an den Folgen eines Aneurysmas plötzlich und zugleich sanft gestorben.

Zum Tod von Ruth Margarete Seils

von Heidemarie Langer

Ruth ist gestorben.
Sie wusste darum seit ihrer Krankheit, sicherlich dann im Hospiz.
Als ich sie dort anrief, sagte sie, wir sollten nicht über ihre Krankheit und ihr Sterben sprechen;
wir sollten einander lieber erzählen, was uns wichtig ist im Leben, auch jetzt.
Sanft und herzlich sprach sie, wenn wir telefonierten.
Sanft und mit Herzenskraft war sie in ihrem Leben.

Wir kannten uns seit Anfang der 80ger Jahre. Ruth war Oberstudienrätin,
Religionspädagogin. Beide gehörten wir zu Schulungen im TZI, trafen uns bei und für "Ohne Rüstung leben", arbeiteten gemeinsam für Religionsunterrichte in Schulen.
Wir wurden Bibliodrama-Kolleginnen; je eigen in unseren Ansätzen, doch spirituell und politisch ähnlich. Unser Verbundenes Sein mit Erde und Menschheit war Ruths vordringliches Anliegen. Sie lebte und lehrte es mitmenschlich zugewandt und mit  Klarheit in ihrem Einstehen.

Wunderbare Texte ihrer Arbeit im „Wortspiel-Bibliodrama“ befinden sich in einer Mappe, die man bei Sabine Fiedel beziehen kann.
sab.fiedel@gmx.de .

In der Einführung schreibt Ruth:

"W.Ortspiel

Und das Wort war bei Gott
Und Gott selbst war das Wort
Es wohnte unter uns
Und wir sahen seine Herrlichkeit
(Johannes Evangelium)

Das Wort lebt am Ort.
Wir gehen mit.
Es wohnt in uns."
(Teresa von Avila)

Ruth lebte in der Zuversicht, ins Licht Gottes zu kommen, das schon jetzt bei ihr wohnte. Fast selbstverständlich sprach sie davon und beschenkte mit ihrer Art sicherlich nicht nur mich.
Für ihre Geisteskraft und ihr unverwechselbar beherztes Leben danke ich –
und denke an sie.

Würdigung von Ulf Pomerenke

Katholikentag Münster 2018

Der 101. Katholikentag fand in der Zeit vom 9.-13. Mai in Münster statt. Er stand unter dem Motto "Suche Frieden". Beteiligte berichten:

Wir waren in dem Annette-Hülshoff-Gymnasium in 3 Klassenräumen untergebracht.
Nach der zweiten und für mich letzten Organisation für den Katholikentag möchte ich einiges erzählen. Mit 15 BibliodramaleiterInnen haben wir 10 Workshops  zu passenden Stellen aus dem Alten und Neuen Testament auf die Beine gestellt. Die Workshops hatten alle etwas mit Frieden zu tun. Wir waren wunderbar ökumenisch aufgestellt, denn es waren 10 WorkshopleiterInnen evangelisch und 5 katholisch. Angelika Wolter wirkte im Hintergrund, verteilte Teilnehmerkärtchen und "bewachte" die geschlossenen Türen während der Workshops. Darüber hinaus beantwortete die an sie die gestellten Fragen. Es waren 250 TeilnehmerInnen, die Nachfrage war noch größer. Es war eine wunderbare, lockere Atmosphäre mit positiven Rückmeldungen.
Als Dankeschön gab es für die WorkshopleiterInnen eine Kerze mit dem Logo des Katholikentages und einem schriftlichen Dankeschön. Auch wenn ich durch einen frischen Meniskusriss sehr gehandicapt war, ist es in Münster eine schöne Zeit gewesen. Alle WorkshopleiterInnen waren höchst motiviert und bildeten jeweils ein super Team.
Gertrud Brück-Gerken, Köln

Berichte hier.

Deutscher Bibliodramatag

2018
Was ein Besen alles sein kann - Clownerie und Bibliodrama

Drei Clowninnen und Bibliodramatikerinnen Eva Stattaus,  Sieglinde Erben-Rickelt, Sindy Altenburg und 40 Teilnehmende verbrachten einen humorvollen Tag mit dem Geschichte um den verlorenen Taler  (Lukas 15, 8-10) und der Frage: Kann man Clownerie und Bibliodrama miteinander verbinden? Lesen Sie hier den Bericht von Daniela Achtstetter. Bilder

2019
Der Deutsche Bibliodramatag 2019 findet am 19. Januar in Bielefeld statt.

Einladungsflyer

 

Bibliodrama. Kreisau. Versöhnung

Ein Europäischer Workshop 11.-17. November 2018 in Schlesien

Ein Projekt der Stiftung Haus Kreisau in Zusammenarbeit mit den polnischen und deutschen Bibliodrama-Gesellschaften an dem Ort, an dem sich der Kreisauer Kreis traf und die Versöhnungsmesse zwischen beiden Staaten stattfand. Weitere Informationen und Programm.